Magdeburg l Deutschlandweit haben Experten der Universität Maastricht Studenten gefragt, in welchem Bundesland sie gern arbeiten würden. Auftraggeber war die Kölner Zeitarbeitsfirma Studitemps. Das Ergebnis: Auf die größte Akademikerabwanderung muss sich Sachsen-Anhalt einstellen. Zu- und Wegzugswünsche ergeben unter dem Strich ein Minus von 70 Prozent. „Darüber müssen sich die Wirtschaft, das Land und die Kommunen dringend Gedanken machen“, mahnt Studitemps-Sprecher Stephan Hartmann.

25.000 Studenten haben sich nach Studitemps-Angaben an der Befragung beteiligt – „das ist repräsentativ“, betont Hartmann. Allerdings: Vorgesetzt bekamen den Online-Fragebogen ausschließlich jene, die bei Studitemps angemeldet sind, die also nach einem Job suchen oder einmal gesucht haben. Gefragt wird zudem ausschließlich nach dem Wunsch – so mancher mag von München träumen, steigt dann aber doch bei einer Firma in der Nachbarschaft ein.

 

Die Hochschulen rechnen anders

Die Hochschulen gehen daher von einer höheren Bleibe-Quote aus. Die Hochschule Magdeburg-Stendal befragt dazu ihre Absolventen und stellte 2013 fest: Anderthalb Jahre nach dem Examen arbeiteten 51 Prozent der Ehemaligen noch in Sachsen-Anhalt.